Der Asklepiosstab mit der sich um den Stab windenden Schlange ist Zeichen des pharmazeutischen und ärztlichen Standes. Asklepios war im Sinne der griechischen Mythologie der Gott der Heilkunde, und die Schlange gilt als ein mystisches Wesen und hat in der Heilkunde eine wichtige Bedeutung. Die Anatomie der Schlange war faszinierend: Die Häutung stand beispielsweise für den Prozess der Verjüngung, außerdem galten Schlangen als sehr wachsam und scharfsinnig. Doch auch in unserer heutigen Gesellschaft sind Medizin und Schlangen miteinander verwoben.

Schlangengift als Heilmittel

Der Inlandtaipan ist die gefährlichste Schlange überhaupt, das Gift kann aber auch Leben retten. In der heutigen Zeit werden verschiedene pharmazeutische Produkte aus Schlangengift gewonnen, diese kommen im Bereich der Neurobiologie oder der Blutgerinnung zum Einsatz. Auch in der Homöopathie findet Schlangengift Verwendung, da das Schlangengift gegen Rheuma helfen soll.

Das Gift der Lanzenotter kann beispielsweise die Blutgerinnung fördern. Mit diesem Gift und dem daraus gewonnenen Batroxobin werden Wunden, die in Operationen entstehen, blitzschnell geschlossen. Dafür wird das Blut des Patienten mit dem Wirkstoff vermischt, sodass das Blut verklumpt und die Wunde verschlossen wird. Auch in der Krebsforschung findet Schlangengift Anwendung: Die Forschung steht hier noch am Anfang, es gibt aber erste Studien, die zeigen, dass Schlangengift in der Lage ist, die Wanderung von tödlichen Krebszellen zu unterbinden.

Antivenin

Auch das Antivenin sollte an dieser Stelle erwähnt werden. Dieses Immunserum kommt bei Schlangenbissen zur Anwendung. Insgesamt fordern Schlangenbisse jährlich rund 125.000 Todesofer, etwa 10 Millionen Menschen werden außerdem jedes Jahr von Schlangen gebissen. Ein Antivenin kann Leben retten! Es enthält Antikörper, die die Enzyme in Schlangengiften außer Gefecht setzen, sodass diese nicht weiter auf die Blutkörperchen, Blutgefäßzellen oder Nervenzellen des Gebissenen wirken können. In Deutschland werden diese Antisera nur an wenigen Orten aufbewahrt, zu finden sind sie beispielsweise in tropenmedizinischen Einrichtungen. Ein Antivenin darf außerdem nur von einem Arzt angewandt werden und die Anwendung muss zudem unter stationären Bedingungen erfolgen.